Leadership im Zeitalter von KI.

LSBB | Diana Engetschwiler
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Diana Engetschwiler im Podcast: Lifestyle by Business mit Host Michael 'MIKE' Bissig - Leadership im Zeitalter von KI.

Diana Engetschwiler hat jahrelang für die Schweizer Volleyball-Nationalmannschaft gespielt. Heute ist sie eine der bekanntesten Stimmen für digitale Transformation in der Schweiz, lange war sie das Gesicht von Digital Switzerland. In dieser Podcastfolge sprechen wir darüber, was gute Führung im Zeitalter von künstlicher Intelligenz eigentlich bedeutet, warum der Mensch dabei wichtiger wird statt unwichtiger, und wie Diana mit Visualisierung und Vision Boards arbeitet, um ihre eigenen Ziele zu erreichen.

Vom Volleyballfeld zur FIFA
Mit neun Jahren begann Diana mit Volleyball, mit fünfzehn unterschrieb sie ihren ersten Vertrag. Über den FIFA Master, ein Studium in Sportmanagement an drei Universitäten weltweit, fand sie den Weg in die Wirtschaft. Aus dreissig Studierenden wurden am Ende nur drei für ein Praktikum bei der FIFA ausgewählt, Diana war eine davon.

Feedback war für sie im Spitzensport überlebenswichtig. Als ein Trainer ihr einmal zwei Tage lang keine Rückmeldung gab, ging sie direkt zu ihm: Er mache seinen Job nicht richtig, wenn sie nicht wisse, woran sie sei. Diese Haltung, Feedback aktiv einzufordern statt darauf zu warten, hat sie mit in die Geschäftswelt genommen. Bis heute fragt sie bei jeder Gelegenheit nach: Was kann ich besser machen?

Digitalisierung für KMU: Wo man wirklich anfangen sollte
Kleine und mittlere Unternehmen sollten zuerst bei internen Prozessen ansetzen, sagt Diana, nicht bei kundennahen Themen, wo Fehler mehr kosten. Ein Beispiel: Eine Stellenausschreibung lässt sich heute mit KI-Tools in wenigen Schritten erstellen, dazu eine gezielte LinkedIn-Kampagne, um die richtigen Leute zu erreichen. Eine Bedingung bleibt für sie nicht verhandelbar: Der Mensch behält die Kontrolle. Macht die KI irgendwo einen Fehler, muss am Schluss trotzdem jemand dafür geradestehen.

Leadership im Zeitalter von KI
Je mehr digitalisiert wird, desto mehr rückt der Mensch ins Zentrum, das ist Dianas Kernthese für dieses Gespräch. Wissen allein reicht als Führungsqualität nicht mehr, es ist heute für alle verfügbar. Was zählt, ist etwas anderes: Kann jemand ein Team aufbauen, das Höchstleistung bringt, und zwar in einem Umfeld, das gesund ist?

Micromanagement und Quiet Quitting: Die zwei grössten Fallen
Ein Muster begegnet Diana in fast jedem Unternehmen, das sie berät: Wer intern aufsteigt, weil er sein bisheriges Projekt sehr gut gemacht hat, rutscht fast automatisch ins Micromanagement. Man kennt die Arbeit im Detail und will eingreifen, und vergisst dabei, dass viele Wege zum Ziel führen.

Die Folge davon nennt sich Quiet Quitting: Mitarbeitende, die innerlich gekündigt haben und nur noch das Nötigste leisten, meist, weil Versprechen rund um Entwicklung und Kultur nicht eingehalten wurden. Ihr Rat an Führungskräfte: aktiv Feedback einholen, am besten anonym, denn Selbstbild und Fremdbild liegen öfter auseinander, als man denkt.

Visualisierung als Führungsinstrument
Aus dem Spitzensport kennt Diana zwei Arten von Visualisierung: die kognitive, bei der man eine Bewegung im Kopf durchspielt, und die emotionale, bei der man sich vorstellt, wie sich ein Ziel in einigen Jahren anfühlt. Bevor sie zur FIFA kam, stellte sie sich monatelang ihren Arbeitstag dort vor, das Gefühl, das Gebäude, das Mittagessen in der Kantine.

Bis heute erstellt sie einmal im Jahr ein Vision Board für Familie, Karriere, Gesundheit und Geld, mit ausgeschnittenen Bildern oder inzwischen auch mit KI-generierten.

Im zweiten Teil wird das Gespräch persönlicher.
Mit 25 machte sich Diana ein Versprechen, das sie bis heute leitet: «Ich möchte einfach nie 40 werden und zurückschauen müssen oder zu bereuen, etwas nicht gemacht zu haben.» Nach dem Ende einer Beziehung, in der der Kinderwunsch fehlte, hat sie sich bewusst mit der Frage auseinandergesetzt, ob sie selbst Kinder möchte. Systematisch, wie sie es aus dem Sport kennt: Sie hat mit hundert Menschen gesprochen, mit und ohne Kinder, um für sich Klarheit zu finden. Am Ende hat sie sich für ein Leben entschieden, in dem sie über ihre Zeit frei verfügen kann. Ihre Eltern haben diese Entscheidung ohne Wenn und Aber mitgetragen: «Das ist auch ein gutes Leben», haben sie ihr gesagt. Seit über zehn Jahren gönnt sie sich deshalb alle fünf bis sechs Jahre ein Mini-Retirement, drei Monate allein unterwegs, meist in Südostasien oder Südamerika.

Fazit
Diese Folge zeigt: Digitalisierung und künstliche Intelligenz sind kein Widerspruch zu echter Führung, sie machen sie erst richtig wichtig. Je mehr Prozesse automatisiert werden, desto mehr zählt, wie ein Team geführt wird, wie ehrlich man mit sich selbst umgeht und wie klar die eigene Vision ist. Vom Volleyballfeld über die FIFA bis zu Digital Switzerland zieht sich bei Diana ein roter Faden: Klarheit über die eigenen Ziele schlägt jedes neue Tool.

 

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Michael Bissig

Als Inhaber & Geschäftsführer der bite47 unterstütze ich seit über zehn Jahren KMUs und Selbstständige im Bereich Branding & Marketing.
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