Social Media im Zeitalter von KI
LSBB | Tanja Herrmann
Social Media verändert sich schneller als je zuvor. Organische Reichweite stirbt, KI übernimmt ganze Arbeitsbereiche und gleichzeitig wächst die Sehnsucht nach echtem Kontakt.
In dieser Podcastfolge spreche ich mit Tanja Herrmann, Geschäftsführerin von House of Influence, über die Zukunft von Social Media Marketing. Ein ehrliches Gespräch über Strategie, Authentizität und die Frage, ob KMUs überhaupt noch auf Social Media sein müssen.
Organische Reichweite ist tot
Tanja bringt es auf den Punkt: Die Zeiten, in denen man durch regelmässiges Posten eine Community aufbauen konnte, sind vorbei. Der Algorithmus entscheidet in den ersten Stunden, ob ein Beitrag relevant ist oder nicht. Wenn die ersten 100 Leute nicht reagieren, war's das.
Das bedeutet: Wer heute noch ohne Mediabudget arbeitet, investiert Zeit in etwas, das kaum noch Wirkung zeigt. Selbst mit gutem Content braucht es bezahlte Reichweite, um wirklich gesehen zu werden.
Trust statt Love Brands
Ein zentraler Punkt im Gespräch ist die Verschiebung von Love Brands zu Trust. Früher ging es darum, beliebt zu sein. Heute geht es darum, Vertrauen aufzubauen. Und genau das wird durch KI massiv erschwert.
Wir wissen nicht mehr, was echt ist. Deshalb werden Offline-Events wieder wichtiger. Menschen wollen Dinge erleben, die sie anfassen können. Sie wollen Personen treffen, um sicherzugehen, dass es sie wirklich gibt.
Die Konsequenz: Online und Offline müssen zusammenspielen. Vertrauen entsteht offline, Reichweite wird online skaliert.
Personal Brand schlägt Unternehmenskanal
Ein klassischer Unternehmenskanal mit geschliffenen Bildern und neutralen Texten funktioniert heute kaum noch. Was fehlt, ist der Absender. Menschen wollen wissen, wer hinter dem Content steckt.
Tanja macht klar: Es braucht eine Person, die sichtbar wird. Jemand, der eine Meinung hat, Haltung zeigt und Geschichten erzählt. Ohne Personal Brand wird es extrem schwierig, Relevanz zu schaffen.
Das gilt auch für KMUs. Der Inhaber, die Schreinerin, der Handwerker – sie sind die Marke. Nicht das Logo.
Welche Plattform für welches Ziel?
Nicht jede Plattform passt zu jedem Unternehmen. TikTok für jüngere Zielgruppen bis 35. Instagram bis etwa 40. Facebook eher 50 plus. LinkedIn für B2B und Business-Themen. YouTube für längere Formate und Anleitungen.
Aber es geht nicht nur ums Alter. Es geht auch ums Mindset. Auf Instagram bin ich nicht bereit, mir eine Buchhaltungssoftware anzuschauen. Auf LinkedIn schon.
Die Strategie muss zur Plattform passen. Und zur Zielgruppe. Sonst ist es verschwendete Zeit.
Influencer Marketing
Ein grosser Teil des Gesprächs dreht sich um Influencer Marketing. Viele denken dabei an oberflächliche Produktplatzierungen. Tanja zeigt, dass es viel mehr ist.
Influencer sind Leute, die Content so gut erstellen können, dass andere freiwillig zuschauen. Das ist eine Fähigkeit. Und genau diese Fähigkeit wird für Unternehmen wertvoll.
Wichtig dabei: Die richtigen Leute finden. Jemand, der zur Marke passt, die gleichen Werte vertritt und authentisch herüberkommt. Nicht der mit der grössten Reichweite, sondern der mit dem besten Fit.
Zeit als wertvollste Währung
Im zweiten Teil des Gesprächs wird klar, was Tanja antreibt. Für sie ist Zeit die wertvollste Währung. Nicht Geld, nicht Reichweite, nicht Status. Sondern die Freiheit, selbst zu entscheiden, wofür sie ihre Zeit einsetzt.
Deshalb arbeitet sie nur mit Menschen zusammen, die sie inspirieren. Deshalb hat sie ein Team aufgebaut, das das Unternehmen auch ohne sie am Laufen hält. Und deshalb kann sie drei Wochen offline in den Urwald gehen.
Fazit
Diese Folge zeigt die Realität hinter Social Media Marketing. Ohne Glamour, ohne Abkürzungen. Es geht um Strategie, Fokus und die Bereitschaft, Geld zu investieren. Wer heute noch glaubt, dass ein paar Posts pro Woche reichen, verschwendet Zeit.
Gleichzeitig wird klar: Social Media ist kein Muss. Aber wer es macht, sollte es richtig machen. Mit klarer Strategie, echtem Absender und der Bereitschaft, Zeit und Budget zu investieren.
Zwischen Algorithmus und Authentizität entsteht genau dort Erfolg, wo man bereit ist, sich zu zeigen und echte Geschichten zu erzählen.
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