Marke & Vertrauen. Das unterschätzte Kapital.

LSBB | Tanja Zimmermann-Burgerstein
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Tanja Zimmermann-Burgerstein im Schweizer Business Podcast "Lifestyle by Business" mit Gastgeber Michael 'Mike' Bissig.

Tanja Zimmermann-Burgerstein führt die Antistress AG, besser bekannt als Burgerstein Vitamine, bereits in dritter Generation. In dieser Podcastfolge spreche ich mit ihr über die zwei Themen, die sie von Anfang an geprägt haben: Marke und Führung. Und darüber, wie viel Mut es manchmal braucht, den eigenen Platz im eigenen Familienunternehmen einzufordern.

Von der Werbeagentur zurück ins Familienunternehmen
Tanja ist in Rapperswil aufgewachsen, ging nach der Matura für neun Monate nach New York und arbeitete dort in einem Volontariat bei der Fotomodellagentur Ford Models. Zurück in der Schweiz startete sie ihre Karriere in Zürcher Werbeagenturen und betreute dort grosse Marken. Erst nach vier Jahren in San Francisco, wo sie mit ihrem Mann lebte, fand sie schrittweise und ohne festen Plan den Weg zurück in den Familienbetrieb ihres Vaters. Kein forcierter Einstieg, sondern ein organisches Hineinwachsen, das ihr im Rückblick besonders wichtig war.

Warum eine Marke mehr ist als ein Produkt
Für Tanja ist eine starke Marke nie nur Verpackung. Sie sagt, hinter jedem Produkt stecke eine Geschichte, und gerade bei einem Gesundheitsprodukt wolle der Kunde wissen, wer dahinterstehe und wofür die Firma stehe. Sie beschreibt die Marke als ihr drittes Kind und betont, wie wichtig Kontinuität in der Markenpflege ist. Nicht Stillstand, aber auch nicht ständige Veränderung, nur um der Veränderung willen.

Der Konflikt, der zur Klarheit führte
Ein zentraler Moment im Gespräch ist die Geschichte, wie ihr trotz jahrelanger Erfahrung als Marketingleiterin plötzlich eine branchenfremde Person als Vorgesetzte vor die Nase gesetzt wurde. Tanja beschreibt offen, wie verletzend das war, und wie sie ihren Vater direkt damit konfrontierte: Wolle er überhaupt, dass sie im Unternehmen bleibt? Diese Konfrontation war unangenehm, aber notwendig. Sie forderte damit nicht Nähe zum Inhaber, sondern einen fachlich korrekten Platz im Unternehmen ein, unabhängig davon, dass sie die Tochter des Chefs war.

Führung heisst, loslassen können
Als Tanja später selbst die Geschäftsführung übernahm, baute sie bewusst eine breite Geschäftsleitung auf, statt alles an der Spitze zu konzentrieren. Ihr Leitsatz dazu: Sie habe alles richtig gemacht, wenn sie eigentlich nicht mehr gebraucht werde. Vertrauen schenken heisst für sie auch, Fehler zuzulassen, weil echtes Lernen nur so entsteht. Diese Haltung hat sie nach eigener Aussage auch von ihrem Vater übernommen, der genau das nicht immer konnte.

Gesundheit pflegen statt Krankheit bekämpfen
Die Firma entstand, weil Tanjas Grossvater nach einem Autounfall und einer Hüftoperation begann, sich intensiv mit Mikronährstoffen zu beschäftigen. Sein Leitsatz, nicht die Krankheit, sondern die Gesundheit zu pflegen, prägt das Unternehmen bis heute. Tanja erklärt im Gespräch verständlich, was Mikronährstoffe eigentlich sind, wann eine Nahrungsergänzung überhaupt sinnvoll ist, und warum bewusst auf eine internationale Expansion verzichtet wurde. Für sie ist gerade die Greifbarkeit als Schweizer Marke mit einem Gesicht dahinter ein klarer Vertrauensvorteil.

Im zweiten Teil wird das Gespräch persönlicher.
Tanja erzählt von ihren eigenen Gesundheitsroutinen, von Töpfern und Stricken als kreativem Ausgleich zum Unternehmeralltag und davon, wie sie als Mutter zweier mittlerweile erwachsener Kinder Karriere und Familie miteinander vereinbart hat. Für sie war dabei vor allem eines entscheidend: loslassen können, auch bei der Kinderbetreuung, und der externen Betreuungsperson vertrauen, auch wenn diese andere Regeln hatte als sie selbst zu Hause.

Fazit
Diese Folge zeigt, dass eine starke Marke nie zufällig entsteht. Sie braucht Kontinuität und echtes Vertrauen, das über Jahre aufgebaut wird. Genau dieses Vertrauen zieht sich als roter Faden durch das ganze Gespräch: das Vertrauen der Kundinnen und Kunden in die Marke, das Vertrauen, das sich Tanja innerhalb der eigenen Familie erst erkämpfen musste, und das Vertrauen, das sie heute ihrem Team schenkt, wenn sie Verantwortung abgibt. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieser Folge: Wer ein Unternehmen wirklich weiterbringen will, muss irgendwann bereit sein, sich selbst überflüssig zu machen.

 

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Michael Bissig

Als Inhaber & Geschäftsführer der bite47 unterstütze ich seit über zehn Jahren KMUs und Selbstständige im Bereich Branding & Marketing.
Mein Ziel: Mehr Erfolg für das lokale Gewerbe, KMUs und Selbständigerwerbende im Web.

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