Generation Z - Was Arbeitgeber wissen müssen.
LSBB | Yannick Blättler
Yannick Blättler ist Gründer und CEO von Neoviso, einer Marketing- und Beratungsfirma, die sich auf die nächste Generation spezialisiert hat. In dieser Podcastfolge spreche ich mit ihm über die Generation Z, Employer Branding und die Frage, was Unternehmen heute wirklich tun müssen, um morgen noch relevante Arbeitgeber zu sein.
Generation Z verstehen. Warum Kontext entscheidend ist
Generation Z, also alle zwischen 1995 und 2010 geboren, ist die erste Generation, die vollständig mit Smartphone und Social Media aufgewachsen ist. Yannick erklärt, dass es bei Generationen nie darum geht, Menschen in Schubladen zu stecken. Sondern darum, den Kontext zu verstehen, in dem sie gross geworden sind. Wer weiss, wie jemand aufgewachsen ist, versteht auch, warum er oder sie sich heute so verhält. Und genau dieses Verständnis fehlt vielen Unternehmen noch immer.
Was junge Mitarbeitende wirklich wollen
Instant, Flexibilität und Klarheit. Das sind laut Yannick die drei zentralen Erwartungen der Generation Z an ihren Arbeitgeber. Sie wollen schnell wissen, woran sie sind. Sie wollen sich weiterentwickeln, und zwar nicht erst nach zwei Jahren. Und sie wollen Flexibilität nicht als Bonus, sondern als Selbstverständlichkeit. Der Lohn muss stimmen, ist aber längst nicht mehr allein entscheidend. Teamkultur, Wertschätzung und persönliche Entwicklung wiegen für viele schwerer.
Employer Branding
Wer gute Mitarbeitende gewinnen und halten will, braucht eine starke Arbeitgebermarke. Yannick erklärt, warum der EVP, die Employee Value Proposition, der entscheidende Ausgangspunkt ist. Was macht dein Unternehmen als Arbeitgeber einzigartig? Wer das nicht beantworten kann, hat ein Problem. Dazu kommt der Auftritt nach aussen. Eine klare Karriereseite, ein authentischer Social-Media-Kanal mit echten Menschen und regelmässigem Content. Nicht Hochglanz, sondern Einblicke. Nicht Stockfotos, sondern die eigenen Leute vor der Kamera.
Führung heute und künftig
Eine gute Führungsperson schafft Klarheit, gibt regelmässig Feedback und sorgt dafür, dass sich Mitarbeitende trauen, Ideen und Kritik offen anzusprechen. Yannick ist überzeugt, dass das jährliche Mitarbeitergespräch ausgedient hat. Wer einmal im Jahr Feedback gibt, verliert den Anschluss. Kürzere Zyklen, mehr persönliche Gespräche und eine offene Diskussionskultur sind der Schlüssel. Und das gilt nicht nur für Grossunternehmen, sondern genauso für Handwerksbetriebe und KMUs.
KI und die Zukunft des Arbeitsmarkts
Wird KI den Arbeitnehmermarkt kippen? Yannick differenziert klar. Im Handwerk wird der Fachkräftemangel weiter zunehmen. Im Bereich Wissensarbeit und IT verändert sich die Lage bereits spürbar. Juniorstellen verschwinden, neue Jobs entstehen. Was bleibt, sind Problemlösungskompetenz, Kommunikationsstärke und technologische Neugier. Wer sich heute mit KI-Tools auseinandersetzt, ist morgen im Vorteil.
Im zweiten Teil wird das Gespräch persönlicher. Yannick erzählt von seiner Morgenroutine, dem monatlichen Treffen mit engen Kollegen und warum er Unternehmertum als Pendel zwischen Euphorie und Panik beschreibt. Wir sprechen über Energie, Erholung und die Frage, wie man als Unternehmer langfristig Gas geben kann, ohne sich selbst zu verlieren. Und über seine Eltern, die ihn mit ihrer positiven Grundhaltung trotz schwieriger Umstände mehr geprägt haben als alles andere.
Fazit
Diese Folge ist ein Weckruf für alle Unternehmer und Führungspersonen, die sich fragen, warum die Jungen nicht kommen, nicht bleiben oder nicht so performen, wie man es sich erhofft. Yannick liefert keine einfachen Antworten, aber klare Denkanstösse. Generation Z ist nicht das Problem. Sie ist der Spiegel. Wer hinschaut, lernt viel über sich selbst als Arbeitgeber, als Führungsperson und als Unternehmen. Und wer jetzt handelt, hat einen echten Vorsprung.
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